MB Unimog 2015

Hochgeländegängige Unimog

Mercedes-Benz Special Trucks präsentiert den neuen Unimog U 4023 bzw. U 5023

Letzte Dekade im März 2015 – Mercedes-Benz Special Trucks ließ am Fuß der Steigungsbahnen von Horstwalde eine Event-Arena errichten. Das Unternehmen lud weltweit Vertriebspartner, Aufbauhersteller und Fachjournalisten zur Präsentation der neuen Generation hochgeländegängiger Unimog U 4023 und U 5023 ein. Das Zentrum der Event-Arena bildete eine Gruppe von vier großen Rundzelten („Tipi“), welche zu einem multifunktionalen Raum mit Empfangsbereich, Präsentationsfläche, Bewirtungsbereich und Catering verbunden wurden. Im verborgenem sorgte diverse Technik für Wohlbefinden. Ein Ölheizwerk schaffte Warmluft heran, ein „Flüsteraggregat“ mit 150 kWh elektrischer Leistung sorgte für Strom und zwei Funknetze sicherten die betriebliche Kommunikation zu den Fahrzeugen in die riesige Wald- und Dünenlandschaft herum ab.

Events 2015 MB Unimog 1
Events 2015 MB Unimog
Events 2015 MB Unimog

 

Die Stars der Veranstaltung waren natürlich verschiedene Varianten der hochgeländegängigen Unimog U 4023 (Kurzversion, max. Gesamtgewicht 10,3 t) und U 5023 (Langversion, max. Gesamtgewicht 14,5 t). Wenn von hochgeländegängig geschrieben wird, dann sind nicht die vielen Unimog „Allrad-Helferlein“ der Kommunen für Winterdienst und Landschafts- und Straßenpflege gemeint, sondern Fahrzeuge, die zum Beispiel in Tagebauen und an Pipelinebaustellen Servicetechniker durch bis zu ein Meter dicken Schlamm bringen, Feuerwehrleute in schwer zugängliche Bergregionen mit leicht entflammbaren Waldbestand in Südfrankreich, Spanien und Portugal zum Einsatz schaffen oder THW-Kräfte sicher durch bis zu 1,20 tiefes Überflutungsgebiet hieven, wo niemand an Bord mehr weiß, ob unter den Rädern noch Straße oder schon ehemaliges Ackerland ist.

 

Events 2015 MB Unimog 1
Events 2015 MB Unimog
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Events 2015 MB Unimog

 

Eine Mitfahrgelegenheit mit dem Entwickler des Fahrzeugs am Steuer zeigte die Unterschiede auf. Die Kabine ist etwas größer als bei den Vorgängerversionen. Die Schwingsitze und Sicherheitsgurte bilden eine Einheit, so dass man durch Bodenwellen angeregt nicht mehr während der Fahrt immer fester in den Sitz gepresst wird. Der 4-Zylinder-Motor hat nun 170 kW (231 PS), 5,1 L Hubraum und 900 Nm Drehmoment im gesamten Bereich von 1200-1600 Touren und entspricht der EU-Abgasnorm VI. Im Gelände noch wertvoller ist jedoch, dass der Motor nun um einen Meter in die Mitte des Fahrzeugs gerückt ist und damit auch die Hinterachse ohne Zuladung mehr Anpressdruck bekommt. Wer mit einem Pickup ohne Ladegut im Gelände unterwegs ist, kennt das Poldern im Heck und den gelegentlichen Verlust an Traktion. Auf der welligen Lockersandstrecke von Horstwalde (oben links) waren 40 km/h Marschgeschwindigkeit – im schweren Gelände eigentlich schon zu schnell – vergleichsweise unauffällig. Der „Feste Geröllhang“ (oben mitte), im oberen Teil mit 35 % Steigung, wurde unspektakulär im 2. Straßengang ohne Sperren genommen. Der schwerere „Lose Geröllhang“ (oben rechts), eine 40 cm Kletterstufe (unten links) und die „Verwindungsbahn“ (unten mitte) absolvierten wir dann aber doch mit Untersetzung, beim Unimog noch traditionell „Arbeitsgruppe“ genannt. An einem langen und bis zu 30 % steilen Lockersandhang (unten rechts) kam dann zusätzlich noch die neue Reifendruck-Regelanlage zum Einsatz. Mit nur noch etwas mehr als ein Bar Überdruck wurden die Aufstandsflächen der Reifen verbreitert und damit die nötige Traktion geschaffen.

Events 2015 MB Unimog

Events 2015 MB Unimog

 
Das Schalten auf acht Vorwärts- und sechs Rückwärtsgängen ist sehr ergonomisch und flink vom Lenkstockhebel an der Lenksäule aus möglich. Ein Besuch in der 1,20 Meter tief gefüllten Wasserdurchfahrt (oben) und in der Schlammdurchfahrt (unten) haben wir zu fortgeschrittener Stunde am Abbauabend dann doch ausfallen lassen.
 

Mehr technische Details zum neuen Unimog finden Sie im sog. Technischen Workshop DE und EN. Die Fotos hier sind anklickbar und werden in einem neuen Fenster vergrößert dargestellt.

 

Fotos: Mercedes-Benz Special Trucks
 
KU (Stand: 2015-04-20)