Mitsubishi Motors 2006

Mitsubishi Motors Europe in Horstwalde

Die Fachwelt bekam die vierte Generation vom Mitsubishi 4×4-Klassiker Pajero auf dem Pariser Automobilsalon „Mondial de l´Automobile 2006“ Anfang Oktober 2006 vorgestellt. Erinnern wir uns: Der Serienstart vom Ur-Pajero liegt 25 Jahre zurück und in vielen Köpfen wird „Pajero“ mit der Rallye Paris-Dakar (11 Siege in 27 Jahren) in Verbindung gebracht. Drei Wochen vor der Weltpremiere 2006 präsentierte Mitsubishi Motors Europe über 10 Tage lang ausgewählten Vertretern der Motor-Fachpresse aus ganz Europa in Horstwalde das neue Auto. Im Oktober war Mitsubishi Motors Europe ein zweites mal auf der Verkehrsversuchsanlage. Zusätzlich zum Off-Road-Gelände wurde das Tagungszentrum der BAM angemietet und für eine Woche lang ein Managertraining zum neuen Pajero veranstaltet. Zu beiden Events wurden gleichzeitig auch Fahrzeuge der Wettbewerber on- und off-Road gefahren und so reale Vergleichsmöglichkeit geboten.

 

Was ist neu am neuen Pajero?

Die gute Nachricht gleich vorab: Der neue Pajero ist ein echter Offroader geblieben, der zusätzlich in seinem Fahrkomfort auf der Straße verbessert worden ist. Zwei Fahrberichte wurden uns von der Redaktion von „4WheelFun“ freundlicher Weise überlassen. Testredakteur Gerd Schwarze berichtet in den Heften 11&12/2006 über den langen (PDF 303 KB) und kurzen (PDF 164 KB) neuen Pajero.

 

Events 2006: Mitsubishi Motors
Unter der Motorhaube sind ab Verkaufsstart 2007 zwei Motor-Varianten verfügbar: Ein 3,2-Liter-Di-D-Vierzylinder-Common-Rail-Dieselmotor, der in Verbindung mit einer 5-Stufen-Automatik 125 kW/170 PS leistet (373 Nm bei 2000 U/min) und ein ebenfalls neuer, vom US-Modell Eclipse abgeleiteter 3,8-Liter-V6-Benzinmotor mit 184 kW/250 PS (329 Nm bei 2750 U/min).

Das elektronisch gesteuerte Allradsystem hat serienmäßig eine integrierte Traktions- und Fahrstabilitätsregelung sowie eine zuschaltbare Differenzialsperre hinten. Auf der Horstwalder 1000 m langen Tiefsandstrecke wurde auch das Fahrzeugverhalten bei vergleichsweise hohem Tempo und extremen Lenkbewegungen ausprobiert – ohne Tadel. Die seitlich anschlagende Hecktür trägt das Reserverad nun mittig und etwas tiefer angeordnet als beim Vorgängermodell, so dass die Sicht durch den Rückspiegel besser geworden ist. (Foto links: Triquetra; rechts: M. Dehne)

 

Gutes Licht und für einige Minuten ein nicht bewegtes Auto lockte diesen Foto-Journalisten gleich zur Tat in den Dreitürer. Vermutlich hat das Interieur mit dem neu gestaltetem Instrumententräger und zeitgemäßer Navigations- und Audio-Technik seine Aufmerksamkeit erheischt.
Der Fünftürer beim Einstieg auf die Schrägfahrt. Gute Off-Roader bleiben auch bei 42° Hangneigung lagestabil und der Ölkreislauf saugt keine Luft an. Der neue Pajero drohte weder aus der Schrägfahrt zu kippen noch leuchtete irgend eine Warnlampe zum Betriebszustand auf, die signalisieren will, es stünde irgend etwas zu schräg. Hier auch gut zu sehen - das "Gesicht" blieb klassisch Pajero, hat jedoch mehr Chromschmuck bekommen.
Gutes Licht und für einige Minuten ein nicht bewegtes Auto lockte diesen Foto-Journalisten gleich zur Tat in den Dreitürer (Foto links). Vermutlich hat das Interieur mit dem neu gestaltetem Instrumententräger und zeitgemäßer Navigations- und Audio-Technik seine Aufmerksamkeit erheischt.

Das rechte Bild zeigt den Fünftürer beim Einstieg auf die Schrägfahrt. Gute Off-Roader bleiben auch bei 42° Hangneigung lagestabil und der Ölkreislauf saugt keine Luft an. Der neue Pajero drohte weder aus der Schrägfahrt zu kippen noch leuchtete irgend eine Warnlampe zum Betriebszustand auf, die signalisieren will, es stünde irgend etwas zu schräg. Hier auch gut zu sehen – das „Gesicht“ blieb klassisch Pajero, hat jedoch mehr Chromschmuck bekommen.

 

Events 2006: Mitsubishi Motors
Auf der Verwindungsbahn machten beide Modelle eine gute Figur. Links zu sehen der Fünftürer und das gute Arbeitsvermögen vom Hinterrad links. Das in diesem Foto vielleicht noch ein kleiner Spalt Luft bis zum Bodenkontakt ist, sollte nicht überbewertet werden, denn die Verwindungsbahn wurde ursprünglich für geländegängige Lkw ausgelegt. Die Schutzstreifen auf den Türen sind elastisch und schützen so vor Dellen und Kratzern bei leichten Remplern.

Neu am Pajero der 4. Generation ist das nun sperrbare Hinterachsdifferential. Damit kann das gute Drehmoment beider Motorvarianten auch wirksam auf den Boden übertragen werden. Auf dem sog. „Festen Geröllhang“ (bis zu 35 % Steigung und 35 m lang) sollte die Fahrzeugbesatzung einen kontinuierlichen Vortrieb gespürt haben, denn der Kraftschluss zum Untergrund aus faust- bis kopfgroßen Blöcken riß vermutlich kaum ab. (Fotos: M. Dehne)

Am Rande notiert

 

In beiden Events herrschte eine ausgesprochen gute Atmosphäre, obwohl ein strenges Zeitregime zum reibungslosen organisatorischen Ablauf notwendig war. Während das Event für die Fachpresse durch die belgische PR-Agentur Triquetra im Auftrag von Mitsubishi Motors Europe organisiert wurde, lag die Veranstaltung „Train the Trainers“ direkt in der Hand der Unternehmenszentrale. Zum Presse-Event wurden Instrukteure vom Fahrtechnik- und Ausbildungszentrum Berlin/Brandenburg verpflichtet. Die aus Süddeutschland stammende Agentur Bauer unterstützte die Veranstaltung „Train the Trainers“ mit deren Instrukteuren.

 

Events 2006: Mitsubishi Motors
 

Bei „Train the Trainers“ stand natürlich die fachliche Auseinandersetzung mit dem Wettbewerb im Vordergrund. Das geschah perfekt moderiert in Theorie und Praxis. Für den Beobachter überraschend war, wie relativ genau die Zeitpläne eingehalten wurden, was bei Präsentationen mit dem ausdrücklichen Angebot an die Teilnehmer, selbst Erfahrungen zu sammeln und den neuen Pajero mit vergleichbaren Fahrzeugen des Wettbewerbs zu testen, durchaus gewagt ist. Apropos Wettbewerb, wenn in diesen Bildern nur der „Land Cruiser“ von Toyota erscheint, ist das reiner Zufall. Mit dabei waren außerdem Fahrzeuge von Mercedes-Benz, Nissan und Ssang Yong. Während zum Presse-Event in eine extra errichtete Zeltanlage als Kommunikationszentrum eingeladen wurde, nutzte das Team von „Train the Trainers“ die über 600 m2 große Halle im Tagungszentrum der BAM.

 

(KU 06-11-14)